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Security 05. Sept. 2026· 15 min Lesezeit

Joomla gehackt? „Hacked by“ richtig beheben

Joomla gehackt und „Hacked by“ auf der Startseite? So bereinigst du die Website sauber, entfernst Google-Warnungen und sicherst sie dauerhaft ab.

Ahmet Sanli
IT-Berater & Webentwickler · Aachen
Illustration zum Thema: Joomla gehackt? „Hacked by“ richtig beheben
Das Wichtigste in Kürze
  • Joomla 3 ist seit August 2023 EOL, Joomla 4 seit Oktober 2025 – die langfristig sichere Ziellinie ist nur eine gepflegte Joomla-5-Installation.
  • Eine „Hacked by“-Seite ist fast nie der ganze Schaden; prüfe Core-Dateien, Extensions, Admin-Konten, Logs und verdächtige PHP-Dateien in Upload-, Cache- und Temp-Pfaden.
  • Google-Warnungen verschwinden erst, wenn die Seite vollständig bereinigt, die Lücke geschlossen und die Überprüfung in der Search Console erfolgreich abgeschlossen ist.

1Joomla gehackt und „Hacked by“ auf der Startseite

Plötzlich steht da nur noch „Hacked by …“. Manchmal schlicht eine umgeschriebene Startseite, manchmal Varianten wie „Hacked by AntonKil“ oder „Hacked by trenggalek6etar“. Ob das echte Gruppenbezeichnungen, Copycats oder bloß austauschbare Defacement-Tags sind, ist für deine erste Reaktion ehrlich gesagt zweitrangig.

Wichtig ist etwas anderes: Deine Website ist kompromittiert. Nicht optisch. Technisch.

Gerade bei älteren Joomla-Seiten im Raum Aachen, Würselen, Stolberg oder Eschweiler sehe ich dasselbe Muster immer wieder: Die Seite lief jahrelang „noch irgendwie“, Updates wurden vertagt, eine alte Erweiterung blieb liegen, Zugangsdaten wurden weitergereicht. Dann reicht eine bekannte Lücke – und plötzlich wirbt jemand auf deiner Startseite für seinen Ego-Trip.

Die gute Nachricht: Du kannst das sauber beheben.

Die schlechte: Einfach die Startseite zurückkopieren ist meistens Pfusch. Backdoors sitzen oft tiefer – in index.php, in /components, /modules, /templates oder in komplett unauffälligen Dateien, die auf den ersten Blick legitim wirken.

21. Was eine „Hacked by“-Meldung wirklich bedeutet

Eine sichtbare Defacement-Seite ist nur die Spitze des Problems . Dahinter stecken oft manipulierte Core-Dateien, zusätzliche Admin-Konten, SEO-Spam, Redirects auf Fremdseiten oder nachgeladene Schadskripte.

In meiner Arbeit mit Unternehmen aus der Städteregion Aachen ist genau das der häufigste Denkfehler: Die Startseite wird schnell ersetzt, die Seite ist wieder erreichbar, alle atmen auf. Zwei Wochen später tauchen Casino-Unterseiten im Google-Index auf oder Kontaktformulare leiten auf dubiose Domains weiter. Das ist dann nicht Pech, sondern eine halbe Bereinigung.

Wichtig: Bevor du irgendetwas löschst oder überschreibst, sicherst du den kompromittierten Zustand. Sonst vernichtest du Dateizeitstempel, Log-Spuren und Hinweise auf den Einstiegspunkt.

  1. 1
    Seite isolieren
    Wartungsmodus einschalten oder die Website beim Hoster temporär sperren, damit Besucher keinen Schadcode sehen und Angreifer nichts nachladen.
  2. 2
    Forensisches Backup ziehen
    Komplette Webdateien, Datenbank, configuration.php sowie Access- und Error-Logs sichern.
  3. 3
    Zeitfenster eingrenzen
    Prüfen, wann verdächtige Dateien zuletzt geändert wurden und wie weit die Host-Logs zurückreichen.
  4. 4
    Erst dann bereinigen
    Keine Blindaktion mit Restore oder Dateilöschung, bevor Ursache und Umfang grob klar sind.

Wenn Google bereits eine Warnung anzeigt, geh direkt in den Bericht „Sicherheitsprobleme“. Die offizielle Search Console-Hilfe beschreibt den Ablauf sauber.

32. Joomla-Lifecycle: Welche Versionen heute ein echtes Risiko sind

Hier muss man klar sein. Bei Joomla ist der Lifecycle kein Detail, sondern ein Sicherheitsfaktor.

Joomla 3 ist seit August 2023 End of Life. Dafür gibt es keinen regulären Sicherheits-Support mehr. Wer das noch produktiv betreibt, nimmt bekannte und künftige Lücken ohne Airbag in Kauf.

Joomla 4 ist ebenfalls keine langfristig sichere Ziellinie mehr. Nach dem offiziellen Joomla-Release-Zyklus endete der Security-Support für Joomla 4 im Oktober 2025. Maßgeblich sind die Angaben im Joomla Security Centre sowie die offiziellen Release- und Support-Informationen auf joomla.org.

Für produktive Websites heißt das praktisch:

  • Joomla 3.x: EOL seit August 2023
  • Joomla 4.x: Security-Support ausgelaufen seit Oktober 2025
  • Joomla 5.x: die aktuell sinnvolle, unterstützte Ziellinie

Dazu kommt die Plattform darunter. Die offiziellen technischen Anforderungen auf downloads.joomla.org/technical-requirements zeigen klar, welche PHP-Versionen zu aktuellen Joomla-Versionen passen. Alte PHP-Stände sind nicht nur langsamer, sondern häufig selbst außerhalb des Supports.

Tipp: Prüfe immer das ganze Paket – Joomla-Version, PHP-Version, Erweiterungen, Templates und Server-Setup. Ich sehe oft gehackte Installationen, bei denen der Core halbwegs aktuell war, aber eine alte Extension oder ein nicht mehr unterstütztes PHP die echte Schwachstelle war.

43. Konkrete Schwachstellen: Diese CVEs waren kein Theoriekram

„Veraltete Erweiterungen“ stimmt zwar. Aber wenn du verstehen willst, warum Updates nicht optional sind, helfen konkrete Fälle mehr als Allgemeinplätze.

Hier drei reale Joomla-Schwachstellen aus offiziellen Advisories:

CVEBetroffene VersionenGepatcht inSchweregradWas das Problem warQuelle
CVE-2023-23752Joomla 4.0.0 bis 4.2.74.2.8CVSS 5.3 (Medium)Unzureichende Zugriffskontrolle in Webservices konnte sensible Konfigurationsdaten offenlegenAdvisory
CVE-2023-25157Joomla 4.0.0 bis 4.2.74.2.8CVSS 7.5 (High)Fehlende Autorisierungsprüfung erlaubte unbefugten Zugriff auf bestimmte Aktionen im Webservice-KontextAdvisory
CVE-2023-32326Joomla 4.0.0 bis 4.3.14.3.2CVSS 9.8 (Critical)Unzureichende Input-Prüfung führte zu einer kritischen Schwachstelle mit hohem MissbrauchspotenzialAdvisory

Genau solche Fälle meine ich, wenn ich sage: Ein ungepatchtes Joomla 4 war nie automatisch „schon modern genug“. Modern ist nur, was auch wirklich gepflegt wird.

Und nein, der Joomla-Core ist nicht pauschal unsicher. Das eigentliche Problem ist fast immer die Kombination aus offenen bekannten Lücken, verspäteten Updates und liegengebliebenen Drittanbieter-Erweiterungen.

Zusätzliche typische Einfallstore sind:

  1. Ungepatchter Core
  2. Verlassene Komponenten, Module oder Plugins
  3. Templates mit eingebautem Alt-Code
  4. Geteilte Admin-Zugänge ohne 2FA
  5. FTP statt SFTP/SSH
  6. Zu offene Dateirechte
  7. Zugangsdaten in alten Mails oder lokalen Tools

Wenn du bei so einer Altinstallation einmal grundsätzlich aufräumen musst, ist das meist mehr als „mal eben eine Website retten“. Genau da greift oft saubere IT-Beratung, weil die Betriebsbasis mit saniert werden muss.

54. Backdoors finden: typische Pfade, Marker und konkrete Prüf-Workflows

Laut Sucuri verstecken sich Backdoors bei Joomla gern in legitimen Dateinamen an falschen Orten oder direkt in Dateien wie index.php sowie in /components, /modules und /templates.

Typische verdächtige PHP-Funktionen sind:

  • base64_decode
  • eval
  • assert
  • exec
  • system
  • gzinflate
  • gzuncompress
  • create_function
  • preg_replace mit /e/
  • move_uploaded_file
  • curl_exec
  • file_get_contents

Typische String- und JavaScript-Indikatoren:

  • location.href
  • sehr lange verschleierte Zeichenketten
  • mehrfach geschachtelte Decoder
  • merkwürdige str_rot13- oder strrev-Konstrukte

Wichtig: Ein Treffer ist noch kein Beweis. curl_exec() oder file_get_contents() können legitim sein. Blindes Löschen ist der schnellste Weg, sich zusätzlich die Website kaputtzumachen.

Stattdessen gehst du operativ vor. Zum Beispiel so:

Verdächtige PHP-Dateien in Upload-, Cache- und Temp-Pfaden suchen

find images/ cache/ tmp/ -type f \( -name "*.php" -o -name "*.phtml" -o -name "*.php5" \)

In vielen sauberen Joomla-Installationen gehören dort keine ausführbaren PHP-Dateien hinein. Jeder Treffer ist prüfenswert.

Frische Änderungen der letzten Tage finden

find . -type f -mtime -7 | sort

Wenn du den ungefähren Angriffszeitraum kennst, ist das Gold wert. Noch zielgenauer wird es mit Datum:

find . -type f -newermt "2026-01-10" ! -newermt "2026-01-15"

Nach typischen Obfuscation-Markern suchen

grep -RInE "base64_decode|gzinflate|gzuncompress|eval\(|assert\(|str_rot13|preg_replace.*\/e|shell_exec|system\(|exec\(|passthru\(" .

### Core-Dateien gegen sauberes Joomla-Paket vergleichen

Lade das exakt passende offizielle Joomla-Paket herunter und vergleiche die Dateien lokal:

```bash

diff -ruN clean-joomla/ public_html/

Oder pragmatischer per Hash-Vergleich:


find clean-joomla -type f -exec sha256sum {} \; | sort > clean.sha find public_html -type f -exec sha256sum {} \; | sort > live.sha diff clean.sha live.sha

Ungewöhnliche Administratoren und Cron-/Shell-Reste prüfen

  • Joomla-Benutzerliste im Backend und in der Datenbank gegen bekannte Accounts abgleichen
  • Geplante Jobs beim Hoster kontrollieren
  • .htaccess, index.php, configuration.php und Template-Overrides gezielt prüfen

Tipp: Achte besonders auf Dateien mit legitimen Namen am falschen Ort – etwa class.php, functions.php oder index.php in Verzeichnissen, in denen sie fachlich keinen Sinn ergeben .

65. Joomla bereinigen: die Reihenfolge, die in der Praxis funktioniert

Jetzt kommt der Teil, bei dem viele hektisch werden. Verständlich. Aber genau hier macht Struktur den Unterschied.

Schritt 1: Forensisches Backup und Log-Sicherung

Sichere komplette Dateien, Datenbank-Dump, configuration.php, Access-Logs, Error-Logs und – falls vorhanden – WAF- oder CDN-Logs.

Wichtig: Prüfe sofort die Log-Aufbewahrung beim Hoster. Manche Shared-Hosting-Pakete halten Access-Logs nur wenige Tage vor. Wenn du zu spät reagierst, verlierst du die wichtigste Spur zum Eintrittsweg.

Schritt 2: Zeitfenster und Einstiegspunkt eingrenzen

Suche nach verdächtigen POST-Requests, Uploads, Admin-Logins, Aufrufen unbekannter PHP-Dateien und Dateischreibaktionen im fraglichen Zeitraum. Wenn kurz vor dem Defacement eine alte Komponente angesprochen wurde, hast du oft schon einen belastbaren Verdacht.

Schritt 3: Core aus offizieller Quelle sauber neu einspielen

Spiele den Joomla-Core aus einem offiziellen Paket neu ein. Nicht aus irgendeinem Alt-Backup eines früheren Dienstleisters, nicht aus einem Download-Ordner auf dem Laptop.

Der Fokus liegt zuerst auf Core-Pfaden wie:

  • /administrator
  • /includes
  • /libraries
  • Root-Dateien wie index.php

Schritt 4: Erweiterungen und Templates kompromisslos auditieren

Für jede Komponente, jedes Modul, Plugin und Template gilt:

  • Wird es noch gepflegt?
  • Ist die Version aktuell?
  • Brauchst du es wirklich?
  • Kommt es aus vertrauenswürdiger Quelle?

Alles, was unklar, veraltet oder verlassen ist, fliegt raus. Da bin ich ziemlich eindeutig. Eine hübsche Slideshow von 2018 ist kein Grund, heute eine offene Flanke mitzuschleppen.

Schritt 5: Datenbank, Inhalte und Benutzer prüfen

Kontrolliere:

  • neue oder unbekannte Admin-Konten
  • geänderte Mailadressen von Admins
  • fremde Module oder Menüpunkte
  • Spam-Inhalte in Artikeln
  • verdächtige Redirects
  • Script-Injections in benutzerdefinierten Feldern oder Modulen

Schritt 6: Alle Zugangsdaten rotieren

Nach dem Hack gelten alte Zugangsdaten als verbrannt. Wechsle mindestens:

  • Joomla-Administrator-Zugänge
  • Hoster-Panel
  • SFTP/SSH
  • Datenbank-Zugangsdaten
  • Mailpostfächer
  • API-Keys
  • CDN/WAF-Logins

Schritt 7: Nachkontrolle und Monitoring

Beobachte die Website nach der Bereinigung engmaschig. Wenn binnen Stunden wieder verdächtige Dateien auftauchen, ist die Lücke noch offen oder eine Backdoor blieb liegen.

Priorität bei der Joomla-Bereinigung
1Logs sichern2Core neueinspielen3Extensionsprüfen4Zugängerotieren
Priorität bei der Joomla-Bereinigung
KategorieWert
Logs sichern1
Core neu einspielen2
Extensions prüfen3
Zugänge rotieren4
Quelle: Praxis-Workflow auf Basis Joomla Advisories, Sucuri und Google Search Console Hilfe

76. Backup-Restore oder manuelle Bereinigung?

Die Frage kommt immer. Und die ehrliche Antwort ist: Ein Restore ist nicht automatisch die saubere Lösung.

Ein Backup hilft nur dann wirklich, wenn du belegen kannst, dass es vor dem Angriff erstellt wurde und die eigentliche Eintrittsstelle danach geschlossen wird. Sonst spielst du dir die nächste Runde nur selbst wieder ein.

OptionStärkenGrenzenWann sinnvoll
Backup-RestoreSchnell, wenig Downtime, klarer definierter StandKann bereits kompromittiert sein, offene Lücke bleibt oft bestehenWenn Backup nachweislich sauber ist und der Hack-Zeitpunkt bekannt ist
Manuelle BereinigungHöhere Sicherheit bei unklarem SchadenMehr Aufwand, braucht technisches Know-howBei Backdoors, SEO-Spam, Redirects, unbekanntem Einstieg
Neuaufbau/Migration auf Joomla 5Technisch oft sauberster SchnittHöherer ProjektaufwandBei Joomla 3, EOL-Joomla 4, vielen Altlasten und verwaisten Extensions

Gerade bei kleineren Firmenwebsites in der Region sehe ich oft das gleiche Bild: Niemand weiß mehr genau, welche Erweiterung wofür installiert wurde. In so einem Zustand ist „Restore und hoffen“ keine Strategie, sondern Glückspiel.

SignalWarum kritischMeine Empfehlung
Google-Warnung/Safe-Browsing-HinweisVertrauens- und Traffic-Schaden läuft schonSofort bereinigen und Review vorbereiten
Shop, Leads oder Bewerbungsformular betroffenDirekter Geschäfts- und Datenschutzschaden möglichNicht selbst experimentieren
Hack-Zeitpunkt unbekanntBackups und Schadumfang unsicherManuelle Analyse priorisieren
Keine sauberen BackupsRestore fällt als Rettung ausProfi oder Hoster einbinden
Reinfektion nach BereinigungBackdoor oder offene Lücke aktivUrsachenanalyse vor jeder Wiederfreigabe

87. Google-Warnung entfernen und SEO-Schaden begrenzen

Wenn Google deine Website als kompromittiert oder gefährlich einstuft, ist das mehr als ein Technikproblem. Dann verlierst du Vertrauen, Klicks und oft auch Anfragen .

Die offizielle Search Console-Hilfe nennt den Ablauf klar:

  1. Problem bestätigen
  2. Problem bewerten
  3. Website bereinigen
  4. Korrekturen bestätigen
  5. Überprüfung anfordern

Laut web.dev dauert die Malware-Überprüfung oft einige Tage. In komplizierteren Fällen auch länger. Deshalb solltest du den Antrag erst stellen, wenn du wirklich fertig bist.

Vor dem Review prüfst du mindestens:

  • Beispiel-URLs aus dem Bericht „Sicherheitsprobleme“
  • URL-Prüfung für betroffene Seiten
  • indexierte Spam-Unterseiten
  • manipulierte Meta-Titel und Descriptions
  • fremde Sitemaps
  • externe Redirects
  • schädliche Downloads
  • versteckte JavaScript- oder PHP-Injections

Wichtig: Wenn Google auf schädliche Downloads oder unerwünschte Software hinweist, reicht ein optisches Fixen der Startseite null. Diese Dateien müssen komplett weg.

Tipp: Mach nach der Bereinigung einen Crawl und suche gezielt mit Suchoperatoren nach alten Spam-URLs. Viele gehackte Joomla-Seiten haben längst indexierte Unterseiten, die im Backend niemand bewusst angelegt hat.

98. Schutz danach: Was für den Mittelstand wirklich praktikabel ist

Nach dem Hack kommt fast immer die Frage nach dem richtigen Schutz-Setup. Meine Meinung: Nicht blind drei Security-Plugins stapeln, sondern Schutzebenen kombinieren .

Sinnvoll sind meist diese drei Ebenen:

  1. Network/CDN-WAF – zum Beispiel Cloudflare, Sucuri WAF oder hostingseitige Schutzschichten
  2. Joomla-nahe Application-WAF – etwa Admin Tools, RSFirewall oder Securitycheck Pro
  3. File-Integrity- und Malware-Monitoring – damit Änderungen früh auffallen

Im Joomla Extension Directory zu Securitycheck Pro wird genau diese Kombination aus WAF, Malware-Scanner und File-Integrity-Monitoring beschrieben. Das ist nützlich. Aber es ersetzt keine Updates, keine Härtung und keine saubere Bereinigung.

WAF und Scanner nach einem Joomla-Hack
Dafür
  • Angriffe werden früher blockiert
  • Dateiänderungen fallen schneller auf
  • verwundbare Extensions werden eher sichtbar
Dagegen
  • bereits vorhandene Backdoors verschwinden nicht automatisch
  • False Positives kosten Zeit
  • zu viele Tools ohne Konzept machen den Betrieb unnötig komplex

Für KMU-praktischen Betrieb gehören aus meiner Sicht zusätzlich diese Basics dazu:

  • SSL/TLS sauber erzwingen: Backend, Login, Formulare und gesamte Website nur über HTTPS betreiben
  • 2FA für Admins aktivieren
  • Restore-Tests fest einplanen: mindestens quartalsweise prüfen, ob Backups wirklich einspielbar sind
  • Log-Aufbewahrung klären: beim Hoster nachfragen, wie lange Access- und Error-Logs verfügbar bleiben
  • Verantwortlichkeit festziehen: monatlich Updates prüfen, quartalsweise Erweiterungsinventur und Restore-Test dokumentieren

Ehrlich gesagt wird genau dieser organisatorische Teil ständig unterschätzt. Die gehackte Website ist oft nur das Symptom davon, dass technisch niemand verantwortlich war.

109. Präventions-Checkliste für den laufenden Betrieb

Die beste Bereinigung ist die, die du nie brauchst. Klingt banal. Ist aber die Wahrheit.

Meine pragmatische Checkliste für den Alltag:

  1. Nur unterstützte Joomla-Hauptversionen betreiben
  2. Joomla 5 zeitnah patchen
  3. PHP-Version im aktiven Support halten
  4. Unnötige Erweiterungen entfernen
  5. Templates regelmäßig mitprüfen
  6. Admin-Zugänge mit starken Passwörtern und 2FA absichern
  7. SFTP/SSH statt FTP nutzen
  8. HTTPS/SSL/TLS konsequent erzwingen
  9. Dateirechte und Serverhärtung prüfen
  10. Backups täglich oder passend zum Änderungsrhythmus erstellen
  11. Restore-Test mindestens quartalsweise durchführen
  12. Hoster-Log-Aufbewahrung dokumentieren
  13. Monatliche Update-Verantwortung fest zuweisen
  14. Quartalsweise Erweiterungs- und Benutzer-Audit machen
  15. Monitoring auf Dateiänderungen aktivieren

Tipp: Leg dir einen simplen Notfallplan an – mit Hoster-Zugang, Domain-Verwaltung, Backup-Ort, CDN/WAF-Zugang, Ansprechpartnern und Freigabewegen. Im Ernstfall spart das brutal viel Zeit .

11Meine Einschätzung

Ein Joomla-Defacement ist fast nie nur ein optischer Schaden. Es ist ein technisches Warnsignal dafür, dass über längere Zeit etwas offen stand – im Code, im Hosting oder in der Organisation.

Mein klarer Rat: Nicht kosmetisch flicken. Erst sichern, dann Ursache eingrenzen, dann aus offiziellen Paketen bereinigen, danach härten und Verantwortlichkeiten sauber festlegen.

Vor allem bei älteren Firmenwebsites sehe ich selten den einen spektakulären Super-Exploit. Meist ist es eher die Summe kleiner Nachlässigkeiten: EOL-Versionen, verwaiste Erweiterungen, schwache Prozesse, fehlende Zuständigkeit. Das ist unbequem. Aber genau deshalb ist es lösbar.

12Häufige Fragen

Joomla gehackt: Was tun bei „Hacked by“ auf der Startseite?

Nimm die Website zuerst vom Netz oder in den Wartungsmodus, sichere Dateien, Datenbank und Logs und prüfe dann Core, Erweiterungen, Benutzer und verdächtige Dateien. Nur die Startseite zurückzusetzen reicht fast nie, weil Backdoors und der eigentliche Einstiegspunkt meist weiter vorhanden sind.

Wie entferne ich eine Google-Warnung nach einem Joomla-Hack?

Du musst die Website vollständig bereinigen, schädliche Downloads, Spam-URLs, Redirects und Injections entfernen und die Korrekturen in der Search Console prüfen. Erst danach lohnt sich der Review-Antrag. Wenn Reste auf der Website bleiben, lehnt Google die Überprüfung in der Praxis oft schnell wieder ab.

Backup zurückspielen oder Joomla manuell bereinigen – was ist besser?

Ein Restore ist gut, wenn dein Backup sicher vor dem Angriff erstellt wurde und die Lücke danach geschlossen ist. Ist der Hack-Zeitpunkt unklar, gibt es SEO-Spam, Reinfektionen oder veraltete Extensions, ist eine manuelle Bereinigung oder gleich die Migration auf Joomla 5 meist die solidere Lösung.

FAQ

Häufige Fragen

Joomla gehackt: Was tun bei „Hacked by“ auf der Startseite?

+

Nimm die Website zuerst vom Netz oder in den Wartungsmodus, sichere Dateien, Datenbank und Logs und prüfe dann Core, Erweiterungen, Benutzer und verdächtige Dateien. Nur die Startseite zurückzusetzen reicht fast nie, weil Backdoors und der eigentliche Einstiegspunkt meist weiter vorhanden sind.

Wie entferne ich eine Google-Warnung nach einem Joomla-Hack?

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Du musst die Website vollständig bereinigen, schädliche Downloads, Spam-URLs, Redirects und Injections entfernen und die Korrekturen in der Search Console prüfen. Erst danach lohnt sich der Review-Antrag. Wenn Reste auf der Website bleiben, lehnt Google die Überprüfung in der Praxis oft schnell wieder ab.

Backup zurückspielen oder Joomla manuell bereinigen – was ist besser?

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Ein Restore ist gut, wenn dein Backup sicher vor dem Angriff erstellt wurde und die Lücke danach geschlossen ist. Ist der Hack-Zeitpunkt unklar, gibt es SEO-Spam, Reinfektionen oder veraltete Extensions, ist eine manuelle Bereinigung oder gleich die Migration auf Joomla 5 meist die solidere Lösung.

Ahmet Sanli

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